DIE RENNSTRECKE IN SHANGHAI
Der in Form eines chinesischen Schriftzeichens angelegte neue GP-Kurs bietet mit der "Schneckenkurve" eine ganz besondere und von anderen Strecken nicht bekannte Herausforderung für die Fahrer. Doch nicht nur dieser Abschnitt ist sehr anspruchsvoll. Eine Abfolge sehr schneller und sehr langsamer Kurven sowie 2 lange, sehr schnelle Geraden stellen hohe Anforderungen an die Abstimmung der Fahrzeuge. Zugleich garantiert die durchweg sehr breite Strecke gute Überholmöglichkeiten. Bereits das Premieren-Rennen in 2004 verlief denn auch sehr abwechslungsreich, wobei unterschiedliche Boxen-Strategien noch für ein zusätzliches Spannungsmoment sorgten. Souveräner Sieger wurde Rubens Barichello (FERRARI, 3 Stopps) vor Jenson Button (BAR-HONDA, 2 Stopps) und Kimi Räikkönen (MCLAREN-MERCEDES, 3 Stopps).
In den Folgejahren kommt es immer wieder zu denkwürdigen Szenen. 2005 kollidiert Michael Schumacher (FERRARI) auf dem Weg in die Startaufstellung mit Christijan Albers (MINARDI). 2006 spielen bei wechselnden Wetterbedingunge die Reifen eine entscheidende Rolle, Fernando Alonso (RENAULT) erwischt eine schlechten Satz - und der bereits sicher geglaubte Sieg geht an Michael Schumacher (FERRARI). 2007 rutscht Lewis Hamilton (MCLAREN-MERCEDES), den Sieg und auch die Weltmeisterschaft bereits vor Augen an der Boxeneinfahrt ins Kiesbett - sein Team hat ihn zu spät reingeholt. Der Sieg und später auch die WM gehen an Kimi Räikkönnen (FERRARI). 2008 macht FERRARI - nicht zum ersten Mal - Schlagzeilen mit einer wenig kaschierten, aber formal nicht nachweisbaren Stallorder zu Gunsten vom Felipe Massa, der noch um die Weltmeisterschaft kämpft.
Der Grand Prix von China 2009 war ein Regenrennen, das zur Vorsicht hinter dem Safety Car gestartet wurde. Für Fernando Alonso, der den unterlegenen RENAULT im Qualifying auf Platz 2 gebracht hatte, war das Rennen damit bereits gelaufen, denn er hatte auf einige schnelle Runden mit dem leichten Auto spekuliert. Danach machten die favorisierten BRAWN und RED BULL das Rennen unter sich aus, wobei nicht überraschend Regenspezialist Sebastian Vettel am Ende die Nase vorn hatte. Die für ein Regenrennen typischen Turbulenzen und Zwischenfälle spielten sich diesmal im hinteren Teil des Feldes ab. Ein heftiger Unfall zwischen Robert Kubica und Jarno Trulli führte zu einem erneuten Safety Car-Einsatz. Keinen Unfall, aber einen rabenschwarzen Nachmittag erlebte das FERRARI-Team: Felipe Massa fiel aus, und Kimi Räikkönnen wurde nach hinten durchgereicht und erreichte das Ziel nur als Zehnter.
Das Rennergebnis 2009:
- Sebastian Vettel (Red Bull)
- Mark Webber (Red Bull)
- Jenson Button (Brawn)
- Rubens Barichello (Brawn)
- Heiki Kovalainen (McLaren)
- Lewis Hamilton (McLaren)
- Timo Glock (Toyota)
- Sébastien Buemi (Toro Rosso)
Jeder der bisher in Shanghai ausgetragenen Grand Prix hat einen anderen Sieger gesehen. Ob diese Serie auch 2010 hält?
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